Baustelleninterventionen – Das Museum als Ort des Wandels

06/15/2026

Museum im Wandel – Künstlerische Interventionen auf der Baustelle

Während sich das Städtische Museum Wesel im Prozess der baulichen Erneuerung befindet, bleibt das Museum als Ort der Auseinandersetzung aktiv. Unter dem Titel Baustelleninterventionen haben wir Künstler:innen der Kunstakademie Düsseldorf eingeladen, die Baustelle nicht als statischen Zustand des Wartens, sondern als dynamischen Raum der Möglichkeiten zu begreifen.

Die unfertige Architektur und die sichtbaren Schichten des Umbaus dienten dabei als Ausgangspunkt für ortsspezifische Arbeiten, die den institutionellen Wandel reflektierten. Die Interventionen machten die Baustelle selbst zum Gegenstand künstlerischer Forschung und eröffneten neue Perspektiven auf einen Ort, der sich zwischen Vergangenheit und Zukunft befindet.

Jan Ribbers – Limen

Den Auftakt der Reihe bildete die Intervention Limen von Jan Ribbers, die vom 10. bis 30. April 2026 im Museum zu sehen war.

Ausgangspunkt seiner Arbeit war der Gedanke des Übergangs. Der Titel Limen – lateinisch für Schwelle – verweist auf einen Zustand des Dazwischen, auf Momente, in denen Gewohntes endet und Neues entsteht. Für Ribbers wurde der Ausstellungsraum selbst zum künstlerischen Material. Er verstand ihn nicht als statische Hülle, sondern als einen Ort fortwährender Veränderung, geprägt von Nutzung, Umbau und den Spuren verschiedener Zeitschichten.

Seine ortsspezifische Intervention richtete den Blick auf Details, Beziehungen und Identitäten, die bereits im Raum angelegt waren. Anstatt neue Formen über den Ort zu legen, arbeitete Ribbers mit dem Vorhandenen und machte Strukturen sichtbar, die im Alltag häufig übersehen werden. Die Arbeit lud dazu ein, den Raum neu wahrzunehmen und die Baustelle als einen Zustand des Übergangs und der Transformation zu begreifen.

Inter-Kollektiv – Kunst im Dialog mit Ort und Stadt

Die zweite Position der Reihe wurde vom Inter-Kollektiv gestaltet und war vom 17. bis 29. Mai 2026 im Museum präsent.

Das Kollektiv vereint junge Künstler:innen der Kunstakademie Düsseldorf und der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle. Unterschiedliche künstlerische Hintergründe und Arbeitsweisen treffen hier aufeinander und verbinden sich in der Suche nach neuen Formen des Austauschs und der kollektiven Praxis.

Für ihre Intervention wurde die Baustelle des Museums zum Ausgangspunkt einer offenen und prozessorientierten Auseinandersetzung. Die Künstler:innen reagierten auf die Materialität des Ortes, seine Geschichte und seinen gegenwärtigen Zustand des Umbruchs. Aus Beobachtungen vor Ort entwickelten sie Interventionen, die sich spontan und dialogisch aus den Gegebenheiten heraus entfalteten.

Im Zentrum stand dabei die Begegnung. Passant:innen, Anwohner:innen und Besucher:innen konnten Teil des künstlerischen Prozesses werden. So entstand ein Austausch, der über die klassische Ausstellungssituation hinausging und die Baustelle als sozialen Raum erfahrbar machte. Kunst wurde zu einem gemeinsamen Ereignis, das neue Verbindungen zwischen Museum, Stadt und Öffentlichkeit entstehen ließ.

Ein Museum bleibt sichtbar

Die Reihe Baustelleninterventionen zeigte, dass ein Museum auch während einer baulichen Transformation ein Ort künstlerischer Produktion, des Austauschs und der Reflexion bleiben kann. Die eingeladenen Künstler:innen reagierten auf den besonderen Zustand des Hauses und machten sichtbar, dass Veränderung nicht nur ein baulicher Prozess ist, sondern auch eine kulturelle und gesellschaftliche Dimension besitzt.

Mit ihren unterschiedlichen Ansätzen eröffneten Jan Ribbers und das Inter-Kollektiv neue Perspektiven auf das Museum im Wandel und machten die Baustelle selbst zu einem Ort künstlerischer Erfahrung.

MUSEUM WESEL

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