
MARIA BUSCHMANN-SCHERMAN
EINE STARKE KÜNSTLERIN IM SCHATTEN
Maria Buschmann-Scherman zählt zu den wichtigsten Künstlerinnen in der Sammlung des Museums Wesel, obwohl ihr Werk im Vergleich zu dem ihres Mannes, Artur Buschmann, lange Zeit wenig Beachtung fand. Das liegt vor allem an dem Bild, das die Öffentlichkeit von ihr hatte: Sie galt als zurückhaltende Mutter und Ehefrau, die ihre eigene Kunst oft in den Hintergrund stellte. Viele beschrieben ihre Arbeit fälschlicherweise als reine "Broterwerbskunst" für die Familie.
Doch ihre Herkunft, ihre umfassende Ausbildung und die Qualität ihres Schaffens widersprechen dieser Erzählung zutiefst.
Maria Buschmann Scherman, 1940er Jahre
SELBSTBILDNIS
Die Wiege der Moderne: Ausbildung in Wien
VON WIEN AN DEN NIEDERRHEIN
Maria Scherman wurde im Jahr 1900 in Wien geboren, zur Zeit der sogenannten Wiener Moderne. Diese Epoche war ein kreativer Schmelztiegel für europäische Kunst. Obwohl Frauen an den offiziellen Akademien nur zögerlich zugelassen wurden, fand Maria Scherman ihren Weg:
Zwischen 1921 und 1939 ließ sie sich privat bei renommierten Professoren in Malerei, Plastik und Keramik ausbilden. Parallel dazu arbeitete sie erfolgreich in der Direktion eines Wiener Kreditinstituts. Diese angesehene Position verschaffte ihr die Freiheit, ausgedehnte Studienreisen durch Süd- und Nordeuropa zu unternehmen. Auf diesen Reisen entstanden zahlreiche ihrer Landschaftsbilder.
Maria Buschmann-Scherman
WESEL ALS NEUE HEIMAT
In den 1920er Jahren lernte Maria den Maler Artur Buschmann aus Wesel kennen. Trotz Marias Versuchen, ihn in Wien zu halten, zog das Paar nach der Heirat im Jahr 1934 nach Wesel. Maria folgte ihrem Mann und widmete sich neben der Familie ihrer Kunst. Eine geplante Keramikwerkstatt in einem neuen Kulturzentrum in Wesel kam nie zustande, weshalb sie ihre Werkstatt improvisiert auf dem Dachboden des Hauses ihrer Schwiegereltern einrichten musste.
Maria Buschmann-Scherman
ENGAGEMENT IN SCHWIERIGEN ZEITEN
Schon 1934, im Jahr ihrer Ankunft, wurde Maria Buschmann-Scherman Gründungsmitglied der Vereinigung Niederrheinischer Künstler und Kunstfreunde e.V. Der Verein hatte zum Ziel, die Kunst am Niederrhein zu fördern.
Sie nahm an zahlreichen Ausstellungen teil und wurde bereits bei der ersten Schau 1934 als herausragende Künstlerin gefeiert. Bemerkenswert ist, dass die Vereinigung auch Gastkünstler wie Christian Rohlfs, Otto Pankok oder Emil Nolde zeigte. Dies ist umso erstaunlicher, da diese Künstler ab 1936 vom NS-Regime als "entartet" verfemt wurden und einige sofort Berufsverbot erhielten – darunter auch ihr Mann Artur Buschmann und sein Kollege August Oppenberg. Dass diese Ausstellungen zunächst noch stattfanden, lag an dem Schutz, den lokale Kulturverantwortliche der Vereinigung boten.
Maria Buschmann-Scherman
PORTRAIT
Foto: Privatbesitz
Maria Buschmann-Scherman
SPÄTE ANERKENNUNG UND EIGENE KRAFT
Nach dem Zweiten Weltkrieg fand die Familie in Wesel-Lackhausen eine neue Heimat. Maria wandte sich nun verstärkt der Malerei zu.
Sie wurde weiterhin, teils gemeinsam mit ihrem Mann, zu renommierten Ausstellungen eingeladen, unter anderem mehrfach vom Kölner Kunstverein. Insbesondere ihre Teilnahme an der Kölner Jahresschau 1943 wurde als Neuentdeckung gefeiert.
Maria Buschmann-Scherman
STILLLEBEN AM STRAND (o. J.)
Lithografie
Maria Buschmann-Scherman
HUFLATTICH (o. J.)
Aquarell
Ihre Motive waren meist direkt aus ihrem Lebensumfeld entnommen: Landschaften, Stillleben und Porträts ihrer Familie. Bereits in ihrer Weseler Frühzeit zeigte sich in ihren Ölgemälden ein sehr eigener, kraftvoller Stil. Mit pastosem Pinselstrich oder Malmesser lösten sich ihre gegenständlichen Motive beinahe auf. Stillleben wie „Grüner Leuchter mit Puppenkopf“ (1962) zeugen von einer künstlerischen Stärke und Abstraktion, die sich mit der ihres Mannes messen konnte und an berühmte Zeitgenossen wie Gabriele Münter anschloss.
Obwohl Maria Buschmann-Scherman sich freiwillig in den Schatten ihres Mannes zurückzog, wurde ihr großes Talent als eigenständig arbeitende Künstlerin wahrgenommen. Ihre Arbeiten, die erst 1980 – rund zehn Jahre vor ihrem Tod – mit einer ersten Einzelausstellung umfassend gewürdigt wurden, sprechen von einem kraftvollen Geist und einer starken künstlerischen Eigenständigkeit.

Maria Buschmann-Scherman zählt zu den wichtigsten Künstlerinnen in der Sammlung des Museums Wesel, obwohl ihr Werk im Vergleich zu dem ihres Mannes, Artur Buschmann, lange Zeit wenig Beachtung fand. Das liegt vor allem an dem Bild, das die Öffentlichkeit von ihr hatte: Sie galt als zurückhaltende Mutter und Ehefrau, die ihre eigene Kunst oft in den Hintergrund stellte. Viele beschrieben ihre Arbeit fälschlicherweise als reine "Broterwerbskunst" für die Familie.
Doch ihre Herkunft, ihre umfassende Ausbildung und die Qualität ihres Schaffens widersprechen dieser Erzählung zutiefst.
Maria Buschmann Scherman
SELBSTBILDNIS
1940er Jahre
Die Wiege der Moderne: Ausbildung in Wien
VON WIEN AN DEN NIEDERRHEIN
Maria Scherman wurde im Jahr 1900 in Wien geboren, zur Zeit der sogenannten Wiener Moderne. Diese Epoche war ein kreativer Schmelztiegel für europäische Kunst. Obwohl Frauen an den offiziellen Akademien nur zögerlich zugelassen wurden, fand Maria Scherman ihren Weg:
Zwischen 1921 und 1939 ließ sie sich privat bei renommierten Professoren in Malerei, Plastik und Keramik ausbilden. Parallel dazu arbeitete sie erfolgreich in der Direktion eines Wiener Kreditinstituts. Diese angesehene Position verschaffte ihr die Freiheit, ausgedehnte Studienreisen durch Süd- und Nordeuropa zu unternehmen. Auf diesen Reisen entstanden zahlreiche ihrer Landschaftsbilder.
Maria Buschmann-Scherman
WESEL ALS NEUE HEIMAT
In den 1920er Jahren lernte Maria den Maler Artur Buschmann aus Wesel kennen. Trotz Marias Versuchen, ihn in Wien zu halten, zog das Paar nach der Heirat im Jahr 1934 nach Wesel. Maria folgte ihrem Mann und widmete sich neben der Familie ihrer Kunst. Eine geplante Keramikwerkstatt in einem neuen Kulturzentrum in Wesel kam nie zustande, weshalb sie ihre Werkstatt improvisiert auf dem Dachboden des Hauses ihrer Schwiegereltern einrichten musste.
Maria Buschmann-Scherman
ENGAGEMENT IN SCHWIERIGEN ZEITEN
Schon 1934, im Jahr ihrer Ankunft, wurde Maria Buschmann-Scherman Gründungsmitglied der Vereinigung Niederrheinischer Künstler und Kunstfreunde e.V. Der Verein hatte zum Ziel, die Kunst am Niederrhein zu fördern.
Sie nahm an zahlreichen Ausstellungen teil und wurde bereits bei der ersten Schau 1934 als herausragende Künstlerin gefeiert. Bemerkenswert ist, dass die Vereinigung auch Gastkünstler wie Christian Rohlfs, Otto Pankok oder Emil Nolde zeigte. Dies ist umso erstaunlicher, da diese Künstler ab 1936 vom NS-Regime als "entartet" verfemt wurden und einige sofort Berufsverbot erhielten – darunter auch ihr Mann Artur Buschmann und sein Kollege August Oppenberg. Dass diese Ausstellungen zunächst noch stattfanden, lag an dem Schutz, den lokale Kulturverantwortliche der Vereinigung boten.
Maria Buschmann-Scherman
PORTRAIT
Foto: Privatbesitz
Maria Buschmann-Scherman
SPÄTE ANERKENNUNG UND EIGENE KRAFT
Nach dem Zweiten Weltkrieg fand die Familie in Wesel-Lackhausen eine neue Heimat. Maria wandte sich nun verstärkt der Malerei zu.
Sie wurde weiterhin, teils gemeinsam mit ihrem Mann, zu renommierten Ausstellungen eingeladen, unter anderem mehrfach vom Kölner Kunstverein. Insbesondere ihre Teilnahme an der Kölner Jahresschau 1943 wurde als Neuentdeckung gefeiert.
Maria Buschmann-Scherman
STILLLEBEN AM STRAND (o. J.)
Lithografie
Maria Buschmann-Scherman
HUFLATTICH (o. J.)
Aquarell
Ihre Motive waren meist direkt aus ihrem Lebensumfeld entnommen: Landschaften, Stillleben und Porträts ihrer Familie. Bereits in ihrer Weseler Frühzeit zeigte sich in ihren Ölgemälden ein sehr eigener, kraftvoller Stil. Mit pastosem Pinselstrich oder Malmesser lösten sich ihre gegenständlichen Motive beinahe auf. Stillleben wie „Grüner Leuchter mit Puppenkopf“ (1962) zeugen von einer künstlerischen Stärke und Abstraktion, die sich mit der ihres Mannes messen konnte und an berühmte Zeitgenossen wie Gabriele Münter anschloss.
Obwohl Maria Buschmann-Scherman sich freiwillig in den Schatten ihres Mannes zurückzog, wurde ihr großes Talent als eigenständig arbeitende Künstlerin wahrgenommen. Ihre Arbeiten, die erst 1980 – rund zehn Jahre vor ihrem Tod – mit einer ersten Einzelausstellung umfassend gewürdigt wurden, sprechen von einem kraftvollen Geist und einer starken künstlerischen Eigenständigkeit.
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