
MARIĆ HEIMSUCHUNG
BARTHOLOMĆUS BRUYN D. Ć.
Die linke HƤlfte eines Polyptychons (altgr. āvielfach gefaltetā, mehrfach klappbarer Flügelaltar mit vier oder mehr Tafeln) befindet sich seit dem Jahr 1986 in der Sammlung des StƤdtischen Museums. Diese Tafel wurde zusammen mit dem rechten Flügel des nicht mehr rekonstruierbaren Altaraufsatzes angekauft, der sich im Museum Kurhaus Kleve befindet.
Da die beiden Museen über nicht genügend Mittel für den Erwerb der Tafeln verfügten, wurde der Ankauf groĆzügigerweise durch das Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen und die Verbands-Sparkasse Wesel gefƶrdert.
BartholomƤus Bruyn d. Ć. Flügel eines Polyptychons
RAFAEL VALLS
BartholomƤus Bruyn d. Ć.
HERKUNFT
Die beiden Tafeln haben eine besonders spannende Provenienz. Sie wurden aus dem englischen Kunsthandel, der Galerie Rafael Valls, London, angekauft.
BartholomƤus Bruyn d. Ć. Flügel eines Polyptychons
SARAH CHURCHILL
Duchess of Marlborough. GemƤlde von Charles Jervas, um 1700, Marlborough House, Commonwealth Secretariat, London, CC0, via Wikimedia Commons
Davor waren sie sogar in adeligem Besitz: zuerst befanden sie sich in der Sammlung von Sarah Jennings, Duchess of Marlborough in Wimbledon Park und kamen anschlieĆend durch Erbe in die Sammlung des Earl of Spencer, Althorp.
BartholomƤus Bruyn d. Ć. Flügel eines Polyptychons
JOHN CHURCHILL
1. Duke of Marlborough, PortrƤt von Sir Godfrey Kneller, um 1705, Blenheim Palace, Oxfordshire, CC0, via Wikimedia Commons
Sarah Jennings (1660-1744) war die Ehefrau des berühmten Generals John Churchill, 1. Herzog von Marlborough. Sarah Jennings war seit ihrer Kindheit mit Queen Anne befreundet, verlor aber nach 1705 die Gunst der Königin, aufgrund religiöser Meinungsverschiedenheiten.
GALERIE ETIKETT AUF DEM RAHMEN
DIE BILDRĆCKSEITE
Auf der Bildrückseite, die hier ebenfalls ein Motiv trägt und bei geschlossenem Altar zu sehen gewesen wäre, befinden sich klassischerweise Notizen, Aufkleber oder andere Hinweise, die auf Vorbesitzer oder Ausstellungen hinweisen und die zum »Pedigree«, dem »Stammbaum« eines Kunstwerks gehören.
Hier finden sich: ein Galerie-Etikett auf dem Rahmen »MANCHESTER CITY ART GALLERY, Exhibition of German Art (1400-1800), 25th October to 10th December 1961, Cat. 93, Artist: BARTHEL BRUYN 1493-1555, Title: VISITATION, Owner: The Earl of Spencer« und ein weiteres Etikett, handschriftlich: »R.V. 62.«
BartholomƤus Bruyn d. Ć.
RESTAURIERUNG
Zum āŗLebenā¹ eines Kunstwerks gehƶren auch nicht selten einige Restaurierungsberichte. Dabei halten Restaurator:innen den Zustand vor und nach Ausstellungen fest, damit mƶgliche SchƤden beim Transport oder durch Besucher:innen dokumentiert oder Reinigungs- und WiederherstellungsmaĆnahmen festgehalten werden kƶnnen, damit nachfolgende Restaurator:innen in der Lage sind, vorherige MaĆnahmen zu identifizieren und gegebenenfalls auch zu korrigieren.
Zu unserer Tafel gibt es nur wenige Angaben. Sie lauten:
»Kreide-Leim-Grund Stellen. Drei dünne Malschichten, opak, halbopak, lasierend. Vorzeichnung an wenigen Stellen durchscheinend. Beidseitig vereinzelte Blasenbildung. Wenigstens eine Restaurierung nachweisbar; kleinere Retuschen auf beiden Seiten über die gesamte Fläche. Auf der Rückseite unten rechts vermutlich früherer Säureschaden. Vereinzelte Kratzer im Firnis. Neuerer Rahmen, wohl 19./20. Jh.«
BartholomƤus Bruyn d. Ć.
WAS IST ZU SEHEN?
Dargestellt ist der Besuch der schwangeren Maria bei ihrer Verwandten Elisabeth, von dem das Lukasevangelium berichtet. Die Szene schildert den Augenblick der BegrüĆung vor Elisabeths Haus, beide Frauen in ganzer Figur. Durch ihr Gewand mit kopftuchartiger Haube, geschürztem Tuch, Geldbeutel und Schlüsselbund am Gürtel, ist Elisabeth als Hausfrau gekennzeichnet. Zwei junge Frauen am rechten Bildrand betrachten und kommentieren das Geschehen. Der Blick ƶffnet sich in eine baumbestandene Felslandschaft mit Burg, links von einer angeschnittenen Hausecke, rechts durch eine Baumgruppe begrenzt.
Die Rückseite ist in voller FlƤche aufwendig mit der Wappendarstellung bemalt. In einer konchenartigen Nische über einem mit Grotesken und Ranken besetzten Sockel steht das Wappenbild mit Bügelhelm, Helmdecke und Helmzier. Es zeigt auf rotem Feld drei (2:1) grüne Zweige mit je einer goldenen Frucht (wahrscheinlich eine Olive). Die Helmzier bildet eine sogenannte āŗwachsende Jungfrauā¹ in rotem Kleid und blonden Haaren, in den HƤnden je einen Zweig mit Frucht, bekrƤnzt mit dem dritten Zweig, der vier Früchte trƤgt. Das Wappen ist belegt als das der Familie Ort.
BartholomƤus Bruyn d. Ć.
HEIMSUCHUNG
Die Komposition der Ā»HeimsuchungĀ« hat Bruyn bis ins Detail, einschlieĆlich der parkartigen Landschaft und der Burg auf schroffem Fels, aus Albrecht Dürers 1511 erschienener Kupferstichfolge zum Marienleben übernommen, lediglich links und rechts etwas beschnitten.
BartholomƤus Bruyn d. Ć. Flügel eines Polyptychons
ALBRECHT DĆRER
Heimsuchung aus dem Zyklus des Marienlebens, ca. 1503/04, CC0, via Wikimedia Commons
Die Schablone für das Granatapfelmuster des brokatenen Obergewandes Elisabeths hat er mehrfach verwendet, so spiegelverkehrt in der Dalmatika des hl. Ewald auf dem »Altar der hl. Ewalde« von 1532 in Darmstadt (Hessisches Landesmuseum).
MARIĆ HEIMSUCHUNG
DIE RECHTE TAFEL
Zusammen mit einer weiteren Tafel gleicher Provenienz im Museum Kurhaus Kleve ist die Ā»HeimsuchungĀ« Bestandteil eines Polyptychons, dessen übrige Teile bislang unbekannt geblieben sind. In der Sammlung des Earl of Spencer waren beide Flügel mit einer Mitteltafel zusammengefügt, die nicht von der Hand BartholomƤus Bruyns d.Ć. stammt.
Die Klever Tafel zeigt, identifiziert durch sein Wappen auf der Rückseite, als Stifter den Kölner Hansekaufmann und späteren Ratsherrn Melchior von Rolinxwerth, empfohlen durch seinen Patron, den hl. Melchior mit der Fahne der Heiligen Drei Könige, Halbmond und Stern auf blauem Grund. Nach ihrer unterschiedlichen kompositorischen Anlage handelt es sich bei beiden Flügeln, die aufgrund der völlig gleichartigen Bemalung ihrer Rückseiten unzweifelhaft einem gemeinsamen Altarwerk zuzuordnen sind, nicht um direkte Gegenstücke. Der Altar muss neben der fehlenden Mitteltafel demnach zwei weitere Flügel besessen haben. Anzunehmen ist eine weitere Szene aus dem Marienleben und die Stifterin Elisabeth Ort, Ehefrau des Melchior von Rolinxwerth, mit ihrer Patronin.
MARIĆ HEIMSUCHUNG
DATIERUNG
Melchior von Rolinxwerth und Elisabeth Ort heirateten 1526, womit das früheste Entstehungsdatum der Tafel bestimmt ist. Da Rolinxwerth, in ganz Ƥhnlicher Kleidung, aber offenbar um einige Jahre Ƥlter, auch auf Bruyns "Ćberbringung der Kreuzreliquie" von 1534 in Xanten in prominenter Stifterposition, dargestellt ist, dürfte die Klever Tafel ā und damit zugleich auch die Weseler ā kaum spƤter als 1529 entstanden sein. Die so eingegrenzte Entstehungszeit stimmt mit der bisherigen Datierung nach dem stilkritischen Befund überein.
MARIĆ HEIMSUCHUNG
DIE STIFTER
Das Ehepaar von Rolinxwerth/Ort bewohnte in Kƶln das Overstolzenhaus, das Elisabeth mit in die Ehe gebracht hatte. 1529 testierten Melchior von Rolinxwerth und seine 24 Jahre Ƥltere, bereits zweimal verwitwete Ehefrau, zugunsten des jeweils überlebenden Teils. Aus diesem Testament sollte sich 20 Jahre spƤter, nach dem Tod Elisabeths, ein āŗRattenschwanz von Prozessenā¹ ergeben, die erst 1584, viele Jahre nach Melchiors Tod im Jahre 1568 und nach dem Zug durch sƤmtliche Instanzen, vor dem Reichskammergericht in Speyer beendet wurde.
Melchior von Rolinxwerth lebte zeitweilig bei seinem Bruder Johann in Wesel, der hier einen Weinhandel betrieb und mit einer Tochter des langjƤhrigen Bürgermeisters Johann von Düsseldorf verheiratet war. Johann und Christina von Rolinxwerth bewohnten das āŗDüsseldorfsche Hausā¹ am GroĆen Markt neben dem Rathaus.

Die linke HƤlfte eines Polyptychons (altgr. āvielfach gefaltetā, mehrfach klappbarer Flügelaltar mit vier oder mehr Tafeln) befindet sich seit dem Jahr 1986 in der Sammlung des StƤdtischen Museums. Diese Tafel wurde zusammen mit dem rechten Flügel des nicht mehr rekonstruierbaren Altaraufsatzes angekauft, der sich im Museum Kurhaus Kleve befindet. Da die beiden Museen über nicht genügend Mittel für den Erwerb der Tafeln verfügten, wurde der Ankauf groĆzügigerweise durch das Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen und die Verbands-Sparkasse Wesel gefƶrdert.
BartholomƤus Bruyn d. Ć. Flügel eines Polyptychons
RAFAEL VALLS
BartholomƤus Bruyn d. Ć.
HERKUNFT
Die beiden Tafeln haben eine besonders spannende Provenienz. Sie wurden aus dem englischen Kunsthandel, der Galerie Rafael Valls, London, angekauft.
BartholomƤus Bruyn d. Ć. Flügel eines Polyptychons
SARAH CHURCHILL
Duchess of Marlborough. GemƤlde von Charles Jervas, um 1700, Marlborough House, Commonwealth Secretariat, London, CC0, via Wikimedia Commons
Davor waren sie sogar in adeligem Besitz: zuerst befanden sie sich in der Sammlung von Sarah Jennings, Duchess of Marlborough in Wimbledon Park und kamen anschlieĆend durch Erbe in die Sammlung des Earl of Spencer, Althorp.
BartholomƤus Bruyn d. Ć. Flügel eines Polyptychons
JOHN CHURCHILL
1. Duke of Marlborough, PortrƤt von Sir Godfrey Kneller, um 1705, Blenheim Palace, Oxfordshire, CC0, via Wikimedia Commons
Sarah Jennings (1660-1744) war die Ehefrau des berühmten Generals John Churchill, 1. Herzog von Marlborough. Sarah Jennings war seit ihrer Kindheit mit Queen Anne befreundet, verlor aber nach 1705 die Gunst der Königin, aufgrund religiöser Meinungsverschiedenheiten.
GALERIE ETIKETT AUF DEM RAHMEN
DIE BILDRĆCKSEITE
Auf der Bildrückseite, die hier ebenfalls ein Motiv trägt und bei geschlossenem Altar zu sehen gewesen wäre, befinden sich klassischerweise Notizen, Aufkleber oder andere Hinweise, die auf Vorbesitzer oder Ausstellungen hinweisen und die zum »Pedigree«, dem »Stammbaum« eines Kunstwerks gehören.

Hier finden sich: ein Galerie-Etikett auf dem Rahmen »MANCHESTER CITY ART GALLERY, Exhibition of German Art (1400-1800), 25th October to 10th December 1961, Cat. 93, Artist: BARTHEL BRUYN 1493-1555, Title: VISITATION, Owner: The Earl of Spencer« und ein weiteres Etikett, handschriftlich: »R.V. 62.«
BartholomƤus Bruyn d. Ć.
RESTAURIERUNG
Zum āŗLebenā¹ eines Kunstwerks gehƶren auch nicht selten einige Restaurierungsberichte. Dabei halten Restaurator:innen den Zustand vor und nach Ausstellungen fest, damit mƶgliche SchƤden beim Transport oder durch Besucher:innen dokumentiert oder Reinigungs- und WiederherstellungsmaĆnahmen festgehalten werden kƶnnen, damit nachfolgende Restaurator:innen in der Lage sind, vorherige MaĆnahmen zu identifizieren und gegebenenfalls auch zu korrigieren.Zu unserer Tafel gibt es nur wenige Angaben. Sie lauten:
»Kreide-Leim-Grund Stellen. Drei dünne Malschichten, opak, halbopak, lasierend. Vorzeichnung an wenigen Stellen durchscheinend. Beidseitig vereinzelte Blasenbildung. Wenigstens eine Restaurierung nachweisbar; kleinere Retuschen auf beiden Seiten über die gesamte Fläche. Auf der Rückseite unten rechts vermutlich früherer Säureschaden. Vereinzelte Kratzer im Firnis. Neuerer Rahmen, wohl 19./20. Jh.«
BartholomƤus Bruyn d. Ć.
WAS IST ZU SEHEN?
Dargestellt ist der Besuch der schwangeren Maria bei ihrer Verwandten Elisabeth, von dem das Lukasevangelium berichtet. Die Szene schildert den Augenblick der BegrüĆung vor Elisabeths Haus, beide Frauen in ganzer Figur. Durch ihr Gewand mit kopftuchartiger Haube, geschürztem Tuch, Geldbeutel und Schlüsselbund am Gürtel, ist Elisabeth als Hausfrau gekennzeichnet. Zwei junge Frauen am rechten Bildrand betrachten und kommentieren das Geschehen. Der Blick ƶffnet sich in eine baumbestandene Felslandschaft mit Burg, links von einer angeschnittenen Hausecke, rechts durch eine Baumgruppe begrenzt.
Die Rückseite ist in voller FlƤche aufwendig mit der Wappendarstellung bemalt. In einer konchenartigen Nische über einem mit Grotesken und Ranken besetzten Sockel steht das Wappenbild mit Bügelhelm, Helmdecke und Helmzier. Es zeigt auf rotem Feld drei (2:1) grüne Zweige mit je einer goldenen Frucht (wahrscheinlich eine Olive). Die Helmzier bildet eine sogenannte āŗwachsende Jungfrauā¹ in rotem Kleid und blonden Haaren, in den HƤnden je einen Zweig mit Frucht, bekrƤnzt mit dem dritten Zweig, der vier Früchte trƤgt. Das Wappen ist belegt als das der Familie Ort.
BartholomƤus Bruyn d. Ć.
HEIMSUCHUNG
Die Komposition der Ā»HeimsuchungĀ« hat Bruyn bis ins Detail, einschlieĆlich der parkartigen Landschaft und der Burg auf schroffem Fels, aus Albrecht Dürers 1511 erschienener Kupferstichfolge zum Marienleben übernommen, lediglich links und rechts etwas beschnitten.
BartholomƤus Bruyn d. Ć. Flügel eines Polyptychons
ALBRECHT DĆRER
Heimsuchung aus dem Zyklus des Marienlebens, ca. 1503/04, CC0, via Wikimedia Commons
Die Schablone für das Granatapfelmuster des brokatenen Obergewandes Elisabeths hat er mehrfach verwendet, so spiegelverkehrt in der Dalmatika des hl. Ewald auf dem »Altar der hl. Ewalde« von 1532 in Darmstadt (Hessisches Landesmuseum).
MARIĆ HEIMSUCHUNG
DIE RECHTE TAFEL
Zusammen mit einer weiteren Tafel gleicher Provenienz im Museum Kurhaus Kleve ist die Ā»HeimsuchungĀ« Bestandteil eines Polyptychons, dessen übrige Teile bislang unbekannt geblieben sind. In der Sammlung des Earl of Spencer waren beide Flügel mit einer Mitteltafel zusammengefügt, die nicht von der Hand BartholomƤus Bruyns d.Ć. stammt.
Die Klever Tafel zeigt, identifiziert durch sein Wappen auf der Rückseite, als Stifter den Kölner Hansekaufmann und späteren Ratsherrn Melchior von Rolinxwerth, empfohlen durch seinen Patron, den hl. Melchior mit der Fahne der Heiligen Drei Könige, Halbmond und Stern auf blauem Grund. Nach ihrer unterschiedlichen kompositorischen Anlage handelt es sich bei beiden Flügeln, die aufgrund der völlig gleichartigen Bemalung ihrer Rückseiten unzweifelhaft einem gemeinsamen Altarwerk zuzuordnen sind, nicht um direkte Gegenstücke. Der Altar muss neben der fehlenden Mitteltafel demnach zwei weitere Flügel besessen haben. Anzunehmen ist eine weitere Szene aus dem Marienleben und die Stifterin Elisabeth Ort, Ehefrau des Melchior von Rolinxwerth, mit ihrer Patronin.
MARIĆ HEIMSUCHUNG
DATIERUNG
Melchior von Rolinxwerth und Elisabeth Ort heirateten 1526, womit das früheste Entstehungsdatum der Tafel bestimmt ist. Da Rolinxwerth, in ganz Ƥhnlicher Kleidung, aber offenbar um einige Jahre Ƥlter, auch auf Bruyns "Ćberbringung der Kreuzreliquie" von 1534 in Xanten in prominenter Stifterposition, dargestellt ist, dürfte die Klever Tafel ā und damit zugleich auch die Weseler ā kaum spƤter als 1529 entstanden sein. Die so eingegrenzte Entstehungszeit stimmt mit der bisherigen Datierung nach dem stilkritischen Befund überein.
MARIĆ HEIMSUCHUNG
DIE STIFTER
Das Ehepaar von Rolinxwerth/Ort bewohnte in Kƶln das Overstolzenhaus, das Elisabeth mit in die Ehe gebracht hatte. 1529 testierten Melchior von Rolinxwerth und seine 24 Jahre Ƥltere, bereits zweimal verwitwete Ehefrau, zugunsten des jeweils überlebenden Teils. Aus diesem Testament sollte sich 20 Jahre spƤter, nach dem Tod Elisabeths, ein āŗRattenschwanz von Prozessenā¹ ergeben, die erst 1584, viele Jahre nach Melchiors Tod im Jahre 1568 und nach dem Zug durch sƤmtliche Instanzen, vor dem Reichskammergericht in Speyer beendet wurde.
Melchior von Rolinxwerth lebte zeitweilig bei seinem Bruder Johann in Wesel, der hier einen Weinhandel betrieb und mit einer Tochter des langjƤhrigen Bürgermeisters Johann von Düsseldorf verheiratet war. Johann und Christina von Rolinxwerth bewohnten das āŗDüsseldorfsche Hausā¹ am GroĆen Markt neben dem Rathaus.
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